Peru

Lima

Nachdem Iberia mal wieder streikte, war der Flug nach Peru recht chaotisch. Da am nächsten Morgen bereits die Rundreise begann, wurde ich auf Air Canada umgebucht. Über Toronto flog ich nach Lima. Ich hatte dem Reiseveranstalter diese Änderung mitgeteilt sodass der Transport zum Hotel trotz verspäteter Ankunft problemlos war.

Den nächsten Morgen begannen wir mit einer Stadttour durch Lima. Da einige Reiseteilnehmer erst gegen Mittag ankommen sollten in einer kleineren Gruppe. Wir besuchten die historische Altstadt mit der Plaza Mayor, die das historische Zentrum und den geschichtsträchtigen Ort dieser Metropole bildet. Sehenswerte koloniale Gebäude, wie die Kathedrale, den Palast des Erzbischofs, den Regierungspalast und das Rathaus. Nachmittags war die Gruppe dann vollständig und wir flogen nach Arequipa.

Arequipa

Morgens nach dem Frühstück begannen wir unsere Besichtigungstour durch die am Fuße des Vulkans Misti gelegene "Weiße Stadt". Wir besuchten die Altstadt, die Plaza de Armas, das Kloster Santa Catalina und den Yanahuara Distrikt mit seinem herrlichen Aussichtspunkt. Am Nachmittag waren wir im Museum und sahen das kleinen Inkamädchens "Juanita". Dieses Mädchen wurde auf ungefähr 6380 Meter Höhe, am Vulkan Ampato als perfekt erhaltene Mumie gefunden.

Colca Canyon

Wir fuhren zum Colca Canyon, einer der tiefsten Canyon der Erde. Über karge Hochebenen mit Lama- und Alpakaherden vorbei an Vulkanen und Andengipfel nach Chivay. Die Fahrt führte über einen 4910 Meter hohen Pass. Wir machten Halt für einen Fotostopp - Mirador de los Andes nur nicht schnell bewegen, die dünne Luft erzeugte recht schnell Schwindelgefühle.

Frühmorgens führte uns die Reise in das Colca-Tal. Noch heute wird in diesem Gebiet wie zu Zeiten der Inka Terrassenanbau betrieben. Wir fuhren weiter bis zum Höhepunkt im Colca-Tal, dem Cruz del Condor, wo wir einige Kondore im Flug zu beobachten und fotografieren konnten.

Titicacasee

Nach dem Frühstück fuhren wir weiter zum höchstgelegenen See Südamerikas, dem Titicacasee. Auf halber Strecke erwartete uns noch ein gigantischer Blick auf den wunderschönen Lagunillas-See. Gegen frühen Nachmittag kamen wir nach Sillustani, eine interessante vorinkaische Grabstätte. Sillustani war einst eines der bedeutendsten Zentren der Colla-Kultur, welche später auch von den Inka genutzt wurde. Auf dem Weg von Sillustani nach Puno besuchten wir eine Aymara Familie und schauten uns ihre Lebensweise an. Diese Volksgruppe lebt heute überwiegend vom Anbau von Quinoa und Kartoffeln. Schließlich erreichten wir gegen Abend das auf 3.850 Metern Höhe gelegene Puno.

Heute waren wir den ganzen Tag auf dem Titicacasee unterwegs. Zunächst ging es mit dem Boot zu den schwimmenden Inseln der Uros. Das saftig-grüne Schilfgras, welches hier am See wächst, dient den Menschen heute noch immer als Lebensgrundlage. Der Boden der schwimmenden Inseln bestehen aus einem Gemisch aus Binsen und Erde und muss immer wieder erneuert werden. Auch die Häuser und die Boote werden aus diesem vergänglichen Material gefertigt. Während einer Inselbesichtigung erfuhren wir mehr über die Lebensgewohnheiten der leider ist alles sehr touristisch geprägt. Danach fuhren wir weiter zur Insel der strickenden Männer Taquile. Nach einem steilen Aufstieg vom Bootsanleger kamen wir ins Dorf, das nach wie vor von Aymaras bewohnt wird. Gegen Nachmittag fuhren wir wieder zurück nach Puno.

Von Puno nach Cuzco

Nach dem Frühstück wartete uns eine Ganztagesfahrt über das Altiplano nach Cuzco. Auf dem Weg lohnten sich einige sehr Sehenswerte und interessante Stopps, wie z.B. am ca. 4300 m hohen La Raya Pass und am alten Viracocha Tempel aus der Inkazeit bei Raqchi. Die Fahrt ging weiter nach Andahuaylillas mit seiner bezaubernden Kirche. Bevor wir Cuzco erreichten, besuchten wir noch die alte Waristadt Piquillacta aus den Jahren 500 v. Chr. 100 n. Chr. Bemerkenswert ist die exakte Planung der Stadt im Schachbrettmuster. Vorbei an den wuchtigen Mauern von Rumicolca, die einst das südliche Eingangstor der Inkastadt darstellte, erreichten wir gegen Abend eine der schönsten Städte Südamerikas - Cuzco.

Cuzco - das heilige Tal der Inkas - Ollantaytambo

Der heutige Tag führte uns in das heilige Tal der Inkas. Zunächst fuhren wir nach Pisaq, und besuchen die sehr sehenswert, 600 Meter oberhalb des Dorfes gelegene Ruine eines Zeremonialzentrums aus der Inkazeit. Nach dem Mittagessen in einem herrlich gelegenen Landrestaurant ging die Fahrt zur Festung Ollantaytambo, die am Ende des Tals liegt. Nach einem Aufstieg über die steilen Treppen, bot sich uns ein herrlicher Ausblick über das gegenüberliegende Tal.

Machu Picchu

Früh am nächsten morgen fuhren wir mit dem Zug immer tiefer in den Bergregenwald nach Aguas Calientes. Die Vegetation wurde immer tropischer, die Schlucht des Rio Urubamba immer enger und der Tropenwald dichter. Nach unserer Ankunft am Bahnhof von Aguas Calientes, stiegen wir in einen Bus und fuhren die Serpentinen des Berges hinauf. Nachdem wir etwa 400 Höhenmeter überwunden hatten, lag sie endlich vor uns, die berühmteste Zufluchtstätte der alten Inkas, Machu Picchu. Nach einer ausführlichen Besichtigung fuhren wieder zurück nach Aguas Calientes.

Den nächsten Morgen hatten wir in Aguas Calientes zur freien Verfügung. Interessierte konnten optional ein 2. Mal Machu Picchu besuchen. Am Nachmittag fuhren wir mit dem Zug wieder zurück nach Ollantaytambo, von wo wir mit dem Bus zurück nach Cuzco gebracht wurden.

Warichikuy Fest

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen Sacsayhuaman's und dem hier alljährlich stattfinden Warichikuy-Fest, dem Fest der Schritte von der Jugend zum Mann (unter einheimischen wird das Fest, Inka-Olympiade genannt). Sacsayhuaman liegt rund 200 m oberhalb von Cuzco und wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Diese Anlage diente in Zeiten der Inka als religiöse Kultstätte. Diese Militäranlage besteht aus 125 Tonnen schweren Steinen und ist umgeben von einer doppelten Zickzackmauer, die die Zähne des Pumakopfes nachahmte da dessen Kopf die Festung gebildet haben soll. Das Fest begann um 10 Uhr mit einer Aufführung von farbenfrohen Tänzen aus der Inkazeit. Der Höhepunkt folgte gegen 11 Uhr, als auf den Festplatz die 4 in unterschiedlichen Farben gekleideten Armeen aus den 4 Suyus, den 4 Landesteilen des inkareiches einzogen. Diese Zeremonie wurde von Tänzern begleitet, die die typischen Trachten der 4 Regionen (Tawantinsuyo) des Inkareiches trugen.

Cusco - Sacsayhuaman

Der heutige Tag steht ganz im Zeichen der alten Inka-Hauptstadt. Morgens unternahmen wir einen Rundgang durch die Altstadt der vielleicht schönsten Stadt Perus. Wir besichtigten die wichtigsten Plätze, Kirchen und natürlich den Sonnentempel der Inka, Qoricancha. Im Anschluss daran waren wir noch einmal in den nahe gelegenen Ruinen Sacsayhuaman, Kenko, Puca Pucara und Tambo Machay.

Tambopata NP

Heute trennte ich mich von der Reisegruppe, die zurück nach Lima flog. Ich hatte mich für einen Aufenthalt im Amazonasgebiet entschieden und konnte vor dem Flug nach Puerto Maldonado noch einen Tag in Cuzco verbringen.

Der Flug nach Puerto Maldonado brachte mich in eine andere Welt. Es war schwül heiß, staubig - ein richtiges Urwaldnest. Ich wurde von meinem Guide Rafael abgeholt und nach einer kurzen Fahrt zum Ort Inferno mit dem Boot auf dem Rio Madre de Dios zur Cayman Lodge gebracht. Ich war der einzige Gast in der Lodge an diesem Tag zwei weitere sollten am nächsten Tag anreisen. Abends war ich dann mit Rafael im stockfinsteren Dschungel unterwegs. Wir fanden Taranteln und unendlich viele Krabbeltiere und Glühwürmchen. Ein besonderes Erlebnis war, Licht aus und zehn Minuten im Dunkeln nur die Geräusche wahrnehmen.

Am nächsten Tag machten wir dann eine Wanderung quer durch den Dschungel zu einem See. Unterwegs standen wir auf einmal in einer kleinen Gruppe Pekaris (Wildschweine). Mit einem Boot erkundeten wir das Seeufer. Wir sahen eine Riesenotterfamilie, einen Hoatzin (urtümlicher Vogel, der sich von faulenden Pflanzenresten ernährt) gut getarnt im Gebüsch und wir angelten Pirañas, die abends in der Lodge gegrillt und verspeist wurden.

Nun stand eigentlich der Höhepunkt des Amazonas-Trip an. Ein Boot brachte uns in vier Stunden flussaufwärts. Wir bauten unsere Zelte auf und legten ein Netz zum Fischfang für unser Abendessen aus. Am nächsten Morgen wollten wir zu einer großen Lehmlecke um Aras und andere Papageien zu beobachten. Leider wurde das Wetter schlechter, es war bewölkt und regnete leicht. Das war wohl der Grund, warum nur vereinzelt Aras und Papageien zur Lecke kamen, und dann noch im abgelegenen Teil, wo wir nicht hin kamen. Echt enttäuschend, aber nicht zu ändern! Gegen Mittag fuhren wir wieder flussabwärts zur Lodge. Am nächsten Morgen wurde ich dann nach Puerto Maldonado gebracht. Von dort ging es mit dem Flieger über Lima und Madrid zurück in die Heimat.

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